Du Ewald
26/05/09 20:46 Filed in: Asyl
Vielen Dank für deinen netten Brief. Vielen Dank
auch dafür, dass du uns durch deine Steuern so
grosszügig unterstützt. Immerhin bekommen wir
zum Leben in Österreich ganze 290 Euro im Monat.
Obwohl das natürlich locker für eine gemütliche
Altstadtwohnung reicht, finden die meisten von
uns es doch angenehmer, in kleinen engen Zimmer
in einem Asylantenheim zu sitzen, und uns die
Dusche mit 30 Leuten zu teilen. Wir sind eben
ein einfach sozial, wir Asylanten.
Der österreichischen Politik haben wir natürlich viel zu verdanken. Zum Beispiel dass wir durchschnittlich 5 Jahre auf einen Asylbescheid warten dürfen. In unserem Heim. Mit den 90 Anderen. Arbeiten dürfen wir nur nicht, zumindest nicht legal, also schauen wir fern. Oder spielen Tischtennis, zumindest die, die keine Motivation haben, sich anders zu beschäftigen, und die um €5 Tagessatz überleben können. Die etwas Motivierteren suchen sich trotzdem Arbeit, nur halt illegal. Viele tragen Zeitung aus, in der Nacht. Oder kehren die Strasse - das dürfen wir sogar fast legal. Wer ungeschickt ist und nach dem schnellen Geld sucht, der verkauft Drogen, oder landet in der Kleinkriminalität. Und dadurch bekommen viele von uns Ärger mit der Polizei. Und sind vorbestraft. Der straffällige Asylwerber eben, der, über den du und deine blauen und orangen Freunde so gerne schreibt!
Und dann gibt es noch die Leute, die wirklich Asyl brauchen, weil sie aus einer Krisenregion geflüchtet sind. Die bräuchten ja eigentlich psychologische Betreuung, um mit dem, was sie erlebt haben, umzugehen. Einen geregelten Alltag. Beschäftigung, um sie auf andere Gedanken zu bringen. Aber im Heim gehts eh auch. Mit Alkohol. Und Drogen. Bis zur Einweisung.
Dir gefältt die neue Regelung der EU nicht? Immerhin verdonnert diese Regelung uns ja noch immer zu 6 Monaten herumsitzen und fernschauen. Warten. Nur dann können wir versuchen, uns zu integrieren, indem wir arbeiten. Du meinst natürlich, das geht auch so. Aber erklär mir doch mal, wie man, isoliert in seinem Zimmer, den Fernseher als einziges Tor zu einer Gesellschaft, die sich über Konsum und Arbeit definiert, sich integriert? Deutschkurse haben wir schon viele besucht. Aber weil wir nur umgeben von anderen Asylanten leben, fällt es uns schon irgendwie schwer, das mit der Integration.
Oder, man könnte einfach versuchen, alle Asylverfahren in diesen 6 Monaten entgültig zu entscheiden. Dann können die Leute mit Asyl bleiben, und die anderen wissen wenigstens schneller, dass sie wieder heim müssen. Und nicht erst nachdem sie 5 Jahre ihres Lebens in einem schmutzigen Zimmer gesessen sind, und gewartet haben.
Viel Glück also noch in Brüssel, mit deinem Plan! Vielleicht darf man dann in Österreich auch weiter nur rumsitzen. Das ist zwar nicht gut für uns, und auch nicht gut für die Österreicher, die dafür zahlen, dass wir hier rumsitzen und nichtstun. 5 Jahre lang. 290 Euro im Monat. Aber wenigstens gehts dir dann besser!
Der österreichischen Politik haben wir natürlich viel zu verdanken. Zum Beispiel dass wir durchschnittlich 5 Jahre auf einen Asylbescheid warten dürfen. In unserem Heim. Mit den 90 Anderen. Arbeiten dürfen wir nur nicht, zumindest nicht legal, also schauen wir fern. Oder spielen Tischtennis, zumindest die, die keine Motivation haben, sich anders zu beschäftigen, und die um €5 Tagessatz überleben können. Die etwas Motivierteren suchen sich trotzdem Arbeit, nur halt illegal. Viele tragen Zeitung aus, in der Nacht. Oder kehren die Strasse - das dürfen wir sogar fast legal. Wer ungeschickt ist und nach dem schnellen Geld sucht, der verkauft Drogen, oder landet in der Kleinkriminalität. Und dadurch bekommen viele von uns Ärger mit der Polizei. Und sind vorbestraft. Der straffällige Asylwerber eben, der, über den du und deine blauen und orangen Freunde so gerne schreibt!
Und dann gibt es noch die Leute, die wirklich Asyl brauchen, weil sie aus einer Krisenregion geflüchtet sind. Die bräuchten ja eigentlich psychologische Betreuung, um mit dem, was sie erlebt haben, umzugehen. Einen geregelten Alltag. Beschäftigung, um sie auf andere Gedanken zu bringen. Aber im Heim gehts eh auch. Mit Alkohol. Und Drogen. Bis zur Einweisung.
Dir gefältt die neue Regelung der EU nicht? Immerhin verdonnert diese Regelung uns ja noch immer zu 6 Monaten herumsitzen und fernschauen. Warten. Nur dann können wir versuchen, uns zu integrieren, indem wir arbeiten. Du meinst natürlich, das geht auch so. Aber erklär mir doch mal, wie man, isoliert in seinem Zimmer, den Fernseher als einziges Tor zu einer Gesellschaft, die sich über Konsum und Arbeit definiert, sich integriert? Deutschkurse haben wir schon viele besucht. Aber weil wir nur umgeben von anderen Asylanten leben, fällt es uns schon irgendwie schwer, das mit der Integration.
Oder, man könnte einfach versuchen, alle Asylverfahren in diesen 6 Monaten entgültig zu entscheiden. Dann können die Leute mit Asyl bleiben, und die anderen wissen wenigstens schneller, dass sie wieder heim müssen. Und nicht erst nachdem sie 5 Jahre ihres Lebens in einem schmutzigen Zimmer gesessen sind, und gewartet haben.
Viel Glück also noch in Brüssel, mit deinem Plan! Vielleicht darf man dann in Österreich auch weiter nur rumsitzen. Das ist zwar nicht gut für uns, und auch nicht gut für die Österreicher, die dafür zahlen, dass wir hier rumsitzen und nichtstun. 5 Jahre lang. 290 Euro im Monat. Aber wenigstens gehts dir dann besser!
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